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Event-Report: Ultratrail-Wochenende mit DM in Nesselwang und Transvulcania auf La Palma

Am zweiten Mai-Wochenende 2026 stand die Ultratrail-Szene gleich an zwei markanten Orten im Fokus: national bei der Deutschen Meisterschaft im Ultratrail in Nesselwang und international bei der Transvulcania auf La Palma. Beide Rennen zeigen sehr gut, wohin sich Ultratrailrunning entwickelt: technisch anspruchsvoll, bergig, international stark besetzt – und mit immer mehr deutscher Präsenz in der Spitze.

Für den deutschen Trailrunning-Kontext besonders spannend: Pia von Keutz vom LT Schweich lief bei der DM über 70 Kilometer auf Platz fünf der Frauenwertung und wurde Zweite in der Altersklasse W30. International setzte Janosch Kowalczyk bei der Transvulcania mit Platz zwölf als bester Deutscher ein starkes Ausrufezeichen.

Deutsche Meisterschaft Ultratrail 2026 in Nesselwang

Die 25. Deutschen Meisterschaften im Ultratrail wurden am Samstag, 9. Mai 2026, im Rahmen des Mountainman Nesselwang ausgetragen. Die Strecke führte über rund 70 Kilometer mit knapp 4.000 Höhenmetern durch das Allgäu.

Sportlich dominierten Johannes Wingenfeld und Lisa Wimmer. Wingenfeld gewann bei den Männern in 6:28:08 Stunden vor Pierre-Emmanuel Alexandre und Marcel Höche. Bei den Frauen siegte Lisa Wimmer in 7:32:03 Stunden deutlich vor Sophia Reuß und Evi Gundelius. Beide Titel gingen mit neuen Streckenbestzeiten einher.

Pia von Keutz: Platz fünf bei der DM-Frauenwertung

Aus Freiburg-/Schwarzwald-Perspektive ist der Lauf von Pia von Keutz besonders erwähnenswert. Sie finishte die 70 Kilometer in 8:20:58 Stunden, belegte damit Platz fünf der Frauenwertung und wurde Zweite in der W30.

Das ist in einem DM-Feld mit starker Spitze ein sehr wertiges Ergebnis – gerade weil die Bedingungen in Nesselwang anspruchsvoll waren: technische Passagen, steile Anstiege, frühe Feuchtigkeit nach Gewitter und später sonnige, aber lange alpine Abschnitte.

Inhaltlich ist dieser fünfte Platz auch für die Einordnung der deutschen Ultratrail-Szene spannend. Hinter der klaren Siegerin Lisa Wimmer wurde das Rennen um die weiteren Topplätze eng: Sophia Reuß, Evi Gundelius und Miria Meinheit lagen auf den Plätzen zwei bis vier dicht beieinander; Pia von Keutz folgte dahinter als starke Top-Fünf-Läuferin.

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Transvulcania 2026 auf La Palma

Die Transvulcania 2026 bleibt eines der ikonischsten Ultratrail-Rennen Europas: Start am Leuchtturm von Fuencaliente, vulkanisches Terrain, lange Anstiege, technische Downhills und der spektakuläre Weg über den Roque de los Muchachos. Der Ultramarathon führt über rund 73 Kilometer mit etwa 4.350 Höhenmetern.

Die diesjährige Ausgabe war international extrem stark besetzt. Bei den Männern gewann David Sinclair in 6:32:24 Stunden vor Petter Engdahl und Nadir Maguet. Bei den Frauen siegte Blandine L’Hirondel in 7:43:47 Stunden vor Lucy Bartholomew und Emelie Forsberg. In beiden Rennen fielen neue Kursbestzeiten.

Janosch Kowalczyk: Platz zwölf als bester Deutscher

Besonders stark aus deutscher Sicht: Janosch Kowalczyk lief bei der Transvulcania auf Platz zwölf und wurde damit als bester Deutscher geführt.

Das Ergebnis ist deshalb so hoch einzuschätzen, weil die Transvulcania nicht einfach „nur“ ein langer Berglauf ist. Der Kurs verlangt ein seltenes Gesamtpaket: schnelle laufbare Abschnitte, lange Hochgebirgspassagen, technische Downhills, Hitzemanagement und die Fähigkeit, nach dem langen Abstieg Richtung Tazacorte noch einmal mental und körperlich für den finalen Anstieg nach Los Llanos bereit zu sein. Genau dort werden bei der Transvulcania traditionell viele Rennen entschieden.

Für Kowalczyk ist Platz zwölf in diesem Feld ein starkes internationales Signal. Die Top Ten waren gespickt mit international bekannten Athleten; der Abstand zur absoluten Weltspitze war auf einer Strecke mit über 4.000 Höhenmetern zugleich sichtbar, aber nicht unerreichbar groß. Für die deutsche Ultratrail-Szene ist das ein wichtiges Ergebnis, weil es zeigt: Deutsche Läufer können bei den großen europäischen und internationalen Klassikern nicht nur finishen, sondern sichtbar im erweiterten Spitzenfeld mitlaufen.

Einordnung für Ultratrailrunning in Deutschland

Die beiden Rennen zeigen zwei unterschiedliche Ebenen desselben Sports. Die DM in Nesselwang ist der nationale Leistungsvergleich: Wer hier vorne läuft, gehört zur deutschen Ultratrail-Spitze. Die Transvulcania ist dagegen ein internationaler Prüfstein: Wer dort vorne mitläuft, misst sich mit Athletinnen und Athleten aus den stärksten Trailrunning-Nationen der Welt.

Genau diese Verbindung ist auch für den Freiburg TrailRun interessant. Mit dem bestehenden Schauinsland-Trail K34 hat Freiburg bereits eine fordernde Berg- und Trailplattform im Südschwarzwald; ab 2027 ist zusätzlich ein Ultratrail Freiburg/Schwarzwald über rund 55 Kilometer geplant. Damit kann Freiburg perspektivisch eine Brücke schlagen zwischen regionalem Trailrunning, anspruchsvoller Mittel-/Langdistanz und echtem Ultratrail-Format im Schwarzwald.

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