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Trendformat

Backyard Ultra: 6,706 Kilometer – und dann noch einmal

Backyard Ultra dreht die klassische Ultra-Logik um. Es gibt keine feste Gesamtdistanz und keine bekannte Zielzeit. Zu jeder vollen Stunde startet eine 6,706-km-Runde. Wer sie nicht innerhalb der Stunde beendet oder nicht rechtzeitig zur nächsten Runde antritt, scheidet aus. Das geht so lange weiter, bis nur noch eine Person übrig ist.

Warum genau 6,706 Kilometer?

Die Distanz entspricht 4,1667 Meilen. Wer 24 Runden absolviert, kommt damit auf 100 Meilen innerhalb von 24 Stunden. Das Format wurde von Gary Cantrell, bekannt als Lazarus Lake und Organisator der Barkley Marathons, populär gemacht. Einen guten Überblick über Regeln, deutsche Rennen und Rekorde bietet backyardultra.de.

Das Paradox: langsam sein kann schnell sein

Wer jede Runde maximal schnell läuft, gewinnt im Backyard normalerweise nichts. Zu hohes Tempo kostet Energie; zu langsames Tempo lässt kaum Zeit für Essen, Toilettengang, Kleidung oder kurze Erholung. Erfolgreiche Läufer:innen finden einen möglichst stabilen Rhythmus zwischen Bewegung und Pause.

Backyard ist Ultra in Reinform: Nicht die schnellste einzelne Runde zählt, sondern die Fähigkeit, dieselbe Aufgabe immer wieder zu lösen.

Fueling wird zum Stundenplan

Nach jeder Runde bleibt ein begrenztes Zeitfenster für Trinken und Essen. Dadurch entsteht eine außergewöhnliche Gelegenheit, Versorgung konsequent zu strukturieren. Gleichzeitig ändern sich Bedürfnisse mit der Dauer: Süße Produkte, feste Nahrung, warme Speisen oder Koffein können zu unterschiedlichen Zeitpunkten sinnvoll sein.

Die Grundlagen dazu findest du unter Ultratrail Fueling.

Mentale Stärke: nur die nächste Runde

Ein Backyard kann nach sechs Runden vorbei sein oder mehrere Tage dauern. Weil niemand die eigene Enddistanz kennt, wird Zukunftsdenken schnell belastend. Die praktischste mentale Strategie ist oft radikal klein: ankommen, versorgen, vorbereiten, nächste Runde starten.

Mehr dazu unter Mentale Stärke im Ultratrail.

Freiburg

Midsummer Backyard Ultra: Freiburger Runden zur Mittsommerzeit

Auch Freiburg hat inzwischen sein eigenes Community-Format. Der Midsummer Backyard Ultra wird rund um die Mittsommerzeit ausgetragen. Die zweite Ausgabe fand am 20. Juni 2026 statt. Gelaufen wurde im Freiburger Stadtgebiet an der Dreisam zwischen Hirzbergsteg und Schlosssteg Ebnet.

Das passt perfekt zur lokalen Trail- und Laufszene: niedrigschwelliger Einstieg, Gemeinschaft und gleichzeitig die Möglichkeit, sehr weit zu laufen. Schon nach acht Runden sind mehr als 53 Kilometer erreicht – wer lange bleibt, ist mitten im Ultra.

Backyard-Szene in Deutschland

Das Format ist in Deutschland stark gewachsen. Für 2026 listete backyardultra.de zahlreiche Veranstaltungen – vom Fränkischen Backyard über Tuttlingen und den O-SEE Backyard Ultra bis zum Weserbergland Backyard Ultra. Der höchste dort dokumentierte Streckenrekord auf deutschem Boden lag im August 2026 bei 94 Runden.

Das Spannende daran: Backyards sind nicht zwingend Trailrennen. Je nach Veranstaltung wird auf Waldwegen, Parkrunden, Asphalt oder Mischuntergrund gelaufen. Trotzdem sind sie für Trailrunner:innen hochinteressant, weil Fueling, Langzeitbelastung und mentale Geduld im Mittelpunkt stehen.

Ist ein Backyard ein guter erster Ultra?

Ja – wenn du das Format nicht als Verpflichtung verstehst, bis zur völligen Erschöpfung weiterzulaufen. Du kannst jederzeit nach einer Runde aufhören. Dadurch lässt sich die persönliche Distanz sehr flexibel wählen. Gleichzeitig verleitet die Gruppendynamik dazu, „nur noch eine“ Runde anzuhängen. Auch hier gilt: Langfristig aufbauen, die eigenen Grenzen kennen und nicht aus Gruppendruck überziehen.

Mehr Ultra?

Backyard ist nur eine Spielart. Wenn du klassische lange Trails suchst, findest du bei uns Rennen, Training und den geplanten Schwarzwald-Ultra ab 2027.

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