Berglauf: eine Sportart mit Tradition und Tiefgang
Bergläufe gehören zu den ältesten Disziplinen des Laufsports in Deutschland. Schon lange, bevor Trailrunning zum Trend wurde, stellten sich ambitionierte Läufer:innen der reinen Herausforderung: vom Tal zum Gipfel, so schnell wie möglich. Ohne GPS, ohne Uhr – einfach gegen die Steigung, den Wind und sich selbst. Diese Kombination aus purer Kraft, taktischem Laufen und mentaler Stärke macht Bergläufe bis heute zu einer der faszinierendsten Formen des Ausdauersports.
In Deutschland hat sich daraus eine lebendige Szene entwickelt – mit traditionsreichen Events, regionalen Serien und einem festen Platz im Wettkampfkalender.
Highlights der Berglaufszene in Deutschland
Während viele an die Alpen denken, wenn sie von Bergläufen sprechen, ist die Vielfalt hierzulande beeindruckend.
- In den Alpen locken Klassiker wie der Nebelhorn-Berglauf, der Schlickeralm-Berglauf, der Hochfelln-Berglauf oder der legendäre Großglockner Berglauf mit internationalen Starterfeldern, gewaltigen Höhenmetern und spektakulären Panoramen. Hier trifft Leistungssport auf alpines Abenteuer – meist auf perfekt präparierten Strecken mit alpinem Charakter.
- Und auch im Südwesten ist die Szene lebendig: die Pfälzer Berglaufserie, die Schwarzwald-Berglauf-Serie und viele regionale Rennen verbinden Gemeinschaft, Naturerlebnis und sportliche Intensität.
Die Pfälzer Berglaufserie – kompakt, fordernd, traditionsreich
Die Pfälzer Berglaufserie ist eine der ältesten und erfolgreichsten Laufserien Deutschlands. Von Frühjahr bis Herbst führt sie durch die hügelige Landschaft der Pfalz – mit knackigen Anstiegen, aussichtsreichen Burgruinen und fordernden Trails.
Zu den bekanntesten Läufen gehören:
- der Donnersberglauf (Rockenhausen) mit 7,2 km und rund 420 Höhenmetern,
- der Rietburglauf (Edenkoben) – ein Klassiker mit Ziel auf der historischen Rietburg,
- und der Kalmit-Berglauf (Maikammer), der jedes Jahr die Serie abschließt und für viele der sportliche Höhepunkt ist.
Die Pfälzer Serie steht für kurze, intensive Rennen mit familiärer Atmosphäre – perfekt für Läufer:innen, die Berglauf-Feeling ohne alpines Gelände erleben wollen.
Der Schwarzwald-Berglaufpokal – die Höhenmeter-Heimat im Südwesten
Der Schwarzwald hat in Sachen Berglauf eine ganz eigene Kultur entwickelt. Der Schwarzwald-Berglaufpokal vereint mehrere traditionsreiche Läufe der Region zu einer Gesamtwertung – von der Vorbergzone bis in den Hochschwarzwald. Auch wenn einige Berglauf-Klassiker wie der Brandenkopf-Berglauf inzwischen Geschichte rücken inzwischen junge Trailläufe nach.
Typisch für den Pokal: kein Event gleicht dem anderen. Mal geht’s auf breiten Forstwegen stetig bergauf, mal über ruppige Waldtrails oder steile Serpentinen. Die Läufe sind kurz, aber fordernd, und ziehen jedes Jahr ein starkes Starterfeld an – vom Nachwuchs bis zur erfahrenen Berglauf-Elite.
Zu den bekannten Stationen gehören:
- Kandel-Berglauf (Waldkirch): 12 km und über 940 Höhenmeter – der Klassiker unter den Schwarzwaldläufen.
- Toter Mann-Berglauf: steil, technisch
- Belchen-Berglauf: rund 11 km mit 800 Höhenmetern auf den freien Gipfel – ein echter Formtest.
Die Gesamtwertung des Berglaufpokals motiviert viele Läufer:innen, mehrere dieser Rennen zu bestreiten – wer konstant stark läuft, darf sich am Ende Berglaufkönig oder -königin des Schwarzwalds nennen.
Training für Berglaufeinsteiger – so gelingt der Start
Berglaufen ist ein besonderer Reiz – aber auch eine besondere Belastung. Wer neu einsteigt, sollte die Trainingsschwerpunkte gezielt setzen:
- Kraftausdauer aufbauen: Läufe mit moderaten Steigungen (5–8 %) sind ideal, um Muskulatur und Sehnen an die Dauerbelastung zu gewöhnen.
- Technik bergauf & bergab: Kürzere Schritte, aufrechte Haltung und rhythmischer Armdruck helfen, Energie zu sparen. Bergabtraining verbessert Stabilität und Trittsicherheit.
- Intervalltraining mit Höhenmetern: Steigerungsläufe am Berg oder Treppenintervalle fördern Kraft und Tempo.
- Regeneration beachten: Bergläufe belasten stark – Ruhe, Dehnung und Mobilität sind entscheidend für langfristigen Fortschritt.
- Mental stark bleiben: Berglaufen ist Kopfsache – belohne dich oben mit dem Ausblick, nicht mit der Uhrzeit.
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Fazit – Tradition trifft Leidenschaft
Bergläufe sind mehr als Wettkämpfe: Sie sind gelebte Verbindung von Landschaft, Leistung und Leidenschaft.
Im Schwarzwald – zwischen Kandel, Belchen und Schauinsland – findet die Disziplin ihr ideales Zuhause. Hier trifft man Gleichgesinnte, erlebt sportliche Fairness und das Gefühl, mit jedem Schritt dem Himmel ein Stück näherzukommen.
